Deutsche Gesellschaft für Geographie

 

Deutsche Gesellschaft für Geographie (DGfG)

Geographisches Institut der Humboldt-Universität zu Berlin –

Unter den Linden 6 (Sitz: Rudower Chaussee 16) – D-10099 Berlin

 

Präsident: Prof. Dr. Elmar Kulke

 

 

Aktuelle Mitteilungen Januar 2008

 

 

Offener Brief an die Mitglieder aller Teilverbände

 

 

Liebe Geographinnen und Geographen,

 

immer wieder wird mir die Frage gestellt, „was ist eigentlich die DGfG, welche Aufgaben erfüllt sie und warum soll ich dafür etwas zahlen?“

Obwohl die „Deutsche Gesellschaft für Geographie“ bereits seit über 10 Jahren besteht – sie ging aus dem ehemaligen „Zentralverband der deutschen Geographen“ hervor –, ist ihre Funktion noch immer nicht so bekannt, wie es eigentlich sein sollte. Dabei hat die DGfG in den letzten Jahren immer mehr Aufgaben übernommen und an Bedeutung gewonnen.
 

Zunächst einmal stellt die DGfG die Dachorganisation der Teilverbände der organisierten Geographen, d.h. der Hochschulgeographen, der Schulgeographen, der Didaktiker, der Angewandten Geographen und der Geographischen Gesellschaften dar (siehe Organigramm).

Intern koordiniert sie die Tätigkeit der Teilverbände. Ein wesentliches Element ist es hierbei, den Informationsfluss zwischen den Teilverbänden herzustellen und gemeinsame Vorgehensweisen zu entwickeln. Organisatorisch erfüllt das Präsidium, in welchem die Vorsitzenden oder Delegierte aller Teilverbände als Mitglieder tätig sind, diese Aufgaben. Wissenschaftliche und praxisorientierte Zusammenarbeit erfolgt durch die zahlreichen auf Themenfelder orientierten und von der DGfG eingesetzten Arbeitskreise. Inhaltliche Abstimmungen erfolgen durch die Entwicklung von Rahmenrichtlinien, wie beispielsweise aktuell für die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge.

Nach außen vertritt die DGfG die Interessen der Geographie in den Bereichen Wissenschaft, Schule, Arbeitsmarkt und Politik. Durch sie wird auf das Fach Geographie und seine Relevanz aufmerksam gemacht und für seine Anerkennung geworben. Dauerhaft erfolgt dies über Geographentage, den Pressereferenten und Preisverleihungen, kurzfristig über sofortige Aktivitäten des Präsidenten und der Präsidiumsmitglieder.

Bei den Geographentagen stehen wir vor neuen Herausforderungen. Es ist der Wunsch der überwiegenden Zahl der Mitglieder, alle zwei Jahre nur noch eine Großveranstaltung durchzuführen, die den Geographentag, den Schulgeographentag und die Jahrestagung des DVAG zusammenführt. Diese wird den Teilnehmern ein noch vielfältigeres und interessanteres Programm liefern und diese kann noch wesentlich stärker in der Öffentlichkeit auf die Geographie aufmerksam machen. Erste Vorarbeiten für die Veranstaltung im Jahr 2007 in Bayreuth haben bereits begonnen. Eine solche Großveranstaltung setzt auch ein professionelles Management voraus; bisher musste jeder Ortsausschuss hier selbständig alle Aufgaben meistern und konnte kaum auf Erfahrungswissen zurückgreifen. Es ist unser Bestreben, hier eine organisatorische Verstetigung zu erreichen, so dass Ortsausschüsse sich auf die Inhalte konzentrieren können. Jeder Standort soll weiter sein inhaltliches Profil selbständig entwickeln, jedoch soll bei der Auswahl von Beiträgen basierend auf klaren Kriterien mehr Transparenz erreicht werden.

Und bereits jetzt beginnen die Vorarbeiten für den 32. Internationalen Geographenkongress im Jahr 2012 in Köln. Nach über einhundert Jahren findet endlich diese wichtigste Veranstaltung der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft der Geographen wieder in Deutschland statt. Für uns eröffnet sich damit die einmalige Chance, die Leistungen der deutschen Geographie in der nationalen Öffentlichkeit und der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft zu präsentieren.

Der Pressereferent ist seit vergangenem Jahr, angegliedert an das Institut für Länderkunde in Leipzig, tätig. Er steht allen Geographen zur Verfügung und soll deren Erkenntnisse und Belange in die Öffentlichkeit transferieren. Die Außenkontakte zu Medien und Politik sind geknüpft; wichtig ist für die Aufgabenerfüllung von Herrn Dr. Wittmann (p_wittmann@ifl-leipzig.de; Tel.: 0341-255-6574), dass er von allen Geographen auch die relevanten Informationen erhält. Mittelfristig soll in Leipzig eine wirkliche Geschäftsstelle der Deutschen Geographie entstehen, an die die Teilverbände Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit abgeben können und so möglichst effizient Synergieeffekte genutzt werden können.

Die Preise der „Stiftung für Geographie“ sollen herausragende Leistungen auszeichnen und damit auch in der Gesellschaft auf das Fach aufmerksam machen. Während des Geographentages werden jeweils ein Preis für wissenschaftliche Leistungen in der Physischen Geographie und in der Humangeographie, ein Preis für neue Konzepte in der Schule und ein Preis für ausgezeichnete Berichterstattung über Geographie-Themen in den Medien verliehen.

Ja und dann sind der Präsident und der Vorstand auch ständig noch als Feuerwehr tätig. Sei es bei Streichungen von Instituten oder Stellen an den Universitäten, sei es bei Stundenkürzungen in den Schulen, sei es bei der Entwicklung von einheitlichen Ausbildungsstandards - wir setzen uns in Briefen und Gesprächen für unser Fach im Interesse aller Teilverbände ein.

Die DGfG ist also keine virtuelle Organisation, abgehoben von tatsächlichen Tätigkeiten der Geographen. Vielmehr übernimmt sie immer mehr wichtige Aufgaben für unser Fach‑ und dafür benötigt sie auch eine ausreichende finanzielle Grundlage durch die Mitgliedsbeiträge.

 

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Kulke